Solarstrom im Winter: Funktioniert das überhaupt?
Ja, Solaranlagen produzieren auch im Winter Strom, bei bedecktem Himmel und tiefen Temperaturen.
Winterproduktion
November bis Februar: 15-20% des Jahresertrags. Für 10 kWp: 1500-2000 kWh, also 12-17 kWh/Tag.
Warum weniger?
- Kuerzere Tage
- Tieferer Sonnenstand
- Mehr Bewoelkung
Kälte ist gut
Panels arbeiten bei Kälte effizienter. Pro Grad unter 25 Grad steigt der Wirkungsgrad um 0.3-0.5%.
Schnee
Rutscht meist von selbst ab. Manuelles Raeumen kann Module beschaedigen.
Tipps
- Steilere Neigung (40-60 Grad)
- Suedausrichtung
- Verschattung beachten
Fazit
Auch im Winter funktioniert Solar zuverlässig. Die Sommermonate gleichen den Winter mehr als aus.
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Die Kombination von Solaranlage und Elektroauto ist besonders attraktiv. Ein E-Auto verbraucht rund 15–20 kWh pro 100 km – bei 15’000 km Jähresfahrleistung sind das etwa 2’500 kWh. Mit einer 10-kWp-Anlage produzieren Sie in der Schweiz jährlich rund 10’000 kWh – mehr als genug für Haushalt und Auto. Wer sein E-Auto tagsüber zu Hause laden kann, nutzt den Solarstrom direkt und spart die teuren öffentlichen Ladetarife. Eine smarte Wallbox mit Solarstrom-Optimierung lädt das Auto bevorzugt dann, wenn die Sonne scheint. So fahren Sie praktisch gratis – und CO₂-neutral. Die Investition in eine Wallbox liegt bei CHF 1’500–3’000 inklusive Installation.
Schweizer Förderprogramme im Überblick
In der Schweiz profitieren Eigenheimbesitzer von attraktiven Förderprogrammen für Solaranlagen. Die Einmalvergütung (EIV) des Bundes deckt bis zu 30 % der Investitionskosten. Zusätzlich bieten viele Kantone und Gemeinden eigene Zuschüsse an. In Zürich beispielsweise gibt es kantonale Zusatzförderungen von bis zu CHF 3’000, während Bern einen Bonus für Fassadenanlagen gewährt. Wichtig: Die Förderanträge müssen vor Baubeginn eingereicht werden. Ihr Solarinstallateur übernimmt in der Regel die gesamte Administration. Die Bearbeitungszeit beträgt aktuell 3–6 Monate. Zusätzlich können Sie die Investitionskosten vollständig von der Einkommenssteuer abziehen – das spart je nach Steuersatz nochmals 20–35 % der Nettokosten.
Solaranlage für Mieter und Stockwerkeigentümer
Auch ohne eigenes Dach können Sie von Solarstrom profitieren. Das Modell der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) ermöglicht es Mietern und Stockwerkeigentümern, gemeinsam eine Solaranlage zu betreiben und den Strom untereinander aufzuteilen. Der Vermieter oder die Stockwerkeigentümergemeinschaft installiert die Anlage, und die Kosten werden fair auf alle Parteien verteilt. Seit der Revision des Energiegesetzes sind die rechtlichen Rahmenbedingungen klar geregelt. Der Solarstrom wird direkt an die Bewohner verkauft – günstiger als der normale Netzstrom. Alternativ gibt es Stecker-Solaranlagen für den Balkon: Mit 300–800 Watt Leistung produzieren sie genug Strom für Kühlschrank und Grundlast – ganz ohne Dachmontage.
Wirtschaftlichkeit und Amortisation
Den richtigen Solarinstallateur finden
Die Wahl des Installateurs ist entscheidend für eine erfolgreiche Solaranlage. Achten Sie auf folgende Kriterien: Der Betrieb sollte über eine Swissolar-Zertifizierung verfügen und Erfahrung mit mindestens 50 installierten Anlagen vorweisen können. Holen Sie mindestens drei Offerten ein und vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch die verwendeten Komponenten und Garantiebedingungen. Ein guter Installateur bietet eine Vor-Ort-Begehung an und erstellt eine individuelle Ertragsberechnung. Fragen Sie nach Referenzprojekten in Ihrer Region. Der Installateur sollte auch den Papierkram übernehmen: Baumeldung, Pronovo-Anmeldung und Netzgesuch. Seriöse Betriebe bieten zudem Wartungsverträge an, die eine regelmässige Überprüfung der Anlage sicherstellen und so langfristig die optimale Leistung gewährleisten.
Alpine Solaranlagen und Winterertrag in der Schweiz
Entgegen der verbreiteten Annahme liefern Solaranlagen in den Schweizer Alpen im Winter teilweise mehr Strom als Anlagen im Mittelland. Der Grund: In Höhenlagen über 1’500 m ist die Sonneneinstrahlung durch die dünnere Atmosphäre um 20–30 % intensiver, und die kalten Temperaturen erhöhen den Wirkungsgrad der Module. Zudem reflektiert die Schneedecke zusätzliches Licht auf die Panels (Albedo-Effekt). Das Projekt Gondosolar im Wallis und die alpine Solaranlage auf der Muttsee-Staumauer zeigen eindrucksvoll, dass Bergstandorte bis zu 1’600 kWh pro kWp und Jahr erreichen können – deutlich mehr als die 900–1’100 kWh im Mittelland. Für Eigentümer von Ferienwohnungen oder Berghütten in Kantonen wie Wallis, Graubünden oder Berner Oberland bieten sich dadurch attraktive Möglichkeiten zur Stromproduktion. Besonders steil montierte Module (60–90°) an Fassaden oder Balkonen profitieren im Winter von der tief stehenden Sonne und sind gleichzeitig schneefreier. Die Swissolar-Winterkampagne wirbt gezielt für den Ausbau alpiner Photovoltaik, um die saisonale Lücke in der Schweizer Stromproduktion zu schliessen.
Strategien zur Winteroptimierung im Mittelland
Auch im Schweizer Mittelland lässt sich der Winterertrag einer Solaranlage durch gezielte Massnahmen verbessern. Eine Ost-West-Ausrichtung der Module liefert zwar im Sommer etwas weniger Spitzenleistung, erzielt aber über den Tag verteilt einen gleichmässigeren Ertrag – auch im Winter. Die optimale Modulneigung für maximalen Winterertrag liegt bei 50–70°, also steiler als die für den Jahresertrag optimalen 30–35°. Bifaziale Module können bei Schnee auf dem Dach zusätzlich 5–10 % Mehrertrag durch reflektiertes Licht erzielen. In der Praxis empfehlen Schweizer Fachleute, den Winterertrag durch eine überdimensionierte Anlage zu kompensieren: Statt einer 8-kWp-Anlage installieren Sie 12 kWp, um auch von November bis Februar genügend Strom für Eigenverbrauch und Wärmepumpe zu produzieren. Die Mehrkosten von CHF 4’000–6’000 amortisieren sich über die höhere Eigenverbrauchsquote schnell. Im Sommer speisen Sie den Überschuss ein oder laden Ihr Elektroauto zusätzlich. Die Kombination aus Wärmepumpe und Solaranlage ist im Schweizer Winter besonders effizient, da die Wärmepumpe den verfügbaren Solarstrom direkt für die Heizung nutzt.