Die Montage einer Solaranlage ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum eigenen Solarstrom. In der Schweiz gibt es verschiedene Montagesysteme und -methoden, die je nach Dachtyp, Neigung und Material zum Einsatz kommen. In diesem umfassenden Guide erklaeren wir alles, was Sie ueber die Solarmontage wissen muessen.
Dachtypen und ihre Eignung
Grundsaetzlich eignet sich fast jedes Dach fuer eine Solaranlage. Die verschiedenen Dachtypen erfordern jedoch unterschiedliche Montagesysteme und bieten verschiedene Vor- und Nachteile.
Schraegdach (Ziegel, Eternit, Metall)
Das klassische Schraegdach ist der haeufigste Dachtyp in der Schweiz und eignet sich hervorragend fuer Solaranlagen. Die Module werden parallel zur Dachflaeche montiert, was aesthetisch ansprechend ist und eine gute Hinterlueftung gewaehrleistet. Bei Ziegeldaechern werden spezielle Dachhaken unter die Ziegel geschoben, die die Unterkonstruktion tragen.
Flachdach
Auf Flachdaechern werden die Module mit Aufstaenderungssystemen in einem optimalen Winkel (typischerweise 10 bis 30 Grad) aufgestellt. Dies ermoeglicht eine ideale Ausrichtung zur Sonne. Die Systeme werden entweder mit Ballast (Betonplatten) beschwert oder mit der Dachkonstruktion verschraubt.
Indach-Montage
Bei der Indach-Montage ersetzen die Solarmodule die herkoemmliche Dacheindeckung. Das Ergebnis ist ein besonders aesthetisches Erscheinungsbild, da die Module buendig in die Dachlaeche integriert werden. Diese Methode eignet sich besonders bei Neubauten oder Dachsanierungen.
Der Montageablauf Schritt fuer Schritt
1. Vorbereitung und Sicherheit
Vor der eigentlichen Montage wird ein Geruest aufgestellt, das den sicheren Zugang zum Dach ermoeglicht. Die Monteure pruefen den Zustand des Dachs und stellen sicher, dass die Tragfaehigkeit ausreichend ist. Alle Sicherheitsvorschriften gemaess SUVA werden eingehalten.
2. Montage der Unterkonstruktion
Die Unterkonstruktion — bestehend aus Dachhaken und Montageschienen — wird auf dem Dach befestigt. Bei Ziegeldaechern werden die Haken unter den Ziegeln verschraubt, bei Metalldaechern kommen spezielle Klemmen zum Einsatz. Die Schienen muessen exakt ausgerichtet werden, um eine gleichmaessige Auflage fuer die Module zu gewaehrleisten.
3. Montage der Solarmodule
Die Solarmodule werden auf die Montageschienen aufgelegt und mit Klemmen fixiert. Die Module werden dabei so angeordnet, dass sie optimal zur Sonne ausgerichtet sind. Zwischen den Modulen bleiben kleine Spalte fuer die thermische Ausdehnung und die Hinterlueftung.
4. Elektroinstallation
Die Module werden mit speziellen Solarkabeln miteinander verbunden und an den Wechselrichter angeschlossen. Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Module in Wechselstrom um, der im Haushalt genutzt werden kann. Alle elektrischen Verbindungen werden gemaess den geltenden Normen ausgefuehrt.
5. Netzanschluss und Inbetriebnahme
Der Wechselrichter wird mit dem Hausnetz und dem Stromzaehler verbunden. Nach einer umfassenden Funktionspruefung wird die Anlage beim lokalen Energieversorger angemeldet und offiziell in Betrieb genommen.
Montagesysteme im Vergleich
Es gibt zahlreiche Montagesysteme auf dem Markt. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale sind:
- Aufdach-Systeme: Die Module werden ueber der bestehenden Dacheindeckung montiert. Das ist die haeufigste und kostenguenstigste Methode.
- Indach-Systeme: Die Module ersetzen die Dacheindeckung. Aesthetischer, aber teurer und aufwaendiger.
- Flachdach-Systeme: Aufstaenderungen mit Ost-West- oder Sued-Ausrichtung. Oft ohne Dachdurchdringung moeglich.
- Fassaden-Systeme: Module an der Hausfassade. Geringerer Ertrag, aber zusaetzliche Flaeche und schoene Optik.
Qualitaetsmerkmale einer guten Montage
Eine professionelle Montage zeichnet sich durch mehrere Merkmale aus:
- Verwendung hochwertiger, korrosionsbestaendiger Materialien (Aluminium, Edelstahl)
- Korrekte Dichtung aller Dachdurchfuehrungen
- Ausreichende Hinterlueftung der Module
- Saubere Kabelfuehrung mit UV-bestaendigen Kabeln
- Einhaltung aller Normen und Sicherheitsvorschriften
- Sorgfaeltige Dokumentation der gesamten Installation
Bewilligungen und Normen
In der Schweiz ist die Installation einer Solaranlage in den meisten Kantonen meldepflichtig, aber nicht bewilligungspflichtig (sofern die Anlage genuegend an die Dachflaeche angepasst ist). Ausnahmen gelten fuer denkmalgeschuetzte Gebaeude und Schutzzonen. Die Installation muss von einem zertifizierten Solarteur durchgefuehrt werden, der die geltenden Normen (NIV, NIN) einhhaelt.
Dauer und Kosten der Montage
Die reine Montage einer Solaranlage auf einem Einfamilienhaus dauert typischerweise 2 bis 4 Arbeitstage. Die Montagekosten machen etwa 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten aus. Bei einer 10-kWp-Anlage mit Gesamtkosten von 20000 Franken entfallen also rund 4000 bis 6000 Franken auf die Montage.
Montage im Winter
Grundsaetzlich ist die Montage einer Solaranlage auch im Winter moeglich, solange das Dach schneefrei und trocken ist. Viele Solarteure nutzen die Wintermonate fuer Installationen, da die Auftragslage geringer ist und kuerzere Wartezeiten moeglich sind.
Worauf Sie bei der Wahl des Montagebetriebs achten sollten
- Zertifizierung und Ausbildungsnachweise der Monteure
- Erfahrung mit Ihrem spezifischen Dachtyp
- Referenzprojekte in Ihrer Region
- Garantien auf die Montage (mindestens 5 Jahre)
- Verwendung von geprueuften Montagesystemen
- Versicherungsschutz waehrend der Montage
Fazit
Eine professionelle Montage ist die Grundlage fuer eine langlebige und ertragreiche Solaranlage. Achten Sie auf qualifizierte Installateure, hochwertige Materialien und die Einhaltung aller Normen. Mit unserem PV-Rechner koennen Sie den ersten Schritt machen und Ihr Solarpotenzial kostenlos berechnen.
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